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Erste Klinik in Bayern: zwei OP-Roboter der neuesten Generation

Vertreter der drei Kliniken mit den beiden Hightech-Geräten der neuesten Generation (v.r.n.l.): Prof. Dr. Maximilian Burger (Direktor der Klinik für Urologie), Oberarzt PD Dr. Johannes Bründl (Sektion Robotische Chirurgie der Klinik für Urologie), Oberarzt Dr. Peter Sauer (Klinik für Chirurgie), PD Dr. Stephan Seitz (Stv. Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe), Prof. Dr. Atanas Ignatov (Ltd. Oberarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe) und Dr. Arthur Heiligensetzer (Stv. Direktor der Klinik für Chirurgie).
Foto: Johann Kräh/Caritas-Krankenhaus St. Josef

Erstmals in Bayern kommen zwei da Vinci-OP-Roboter der neuesten Generation in einer Klinik zum Einsatz. Rund 2,3 Millionen Euro hat das Caritas-Krankenhaus St. Josef in das weitere System investiert. Von der Präzision und Sicherheit, die das Hightech-Gerät bietet, werden in Zukunft noch mehr Patientinnen und Patienten der Kliniken für Urologie, Chirurgie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe profitieren.

Bereits seit 2013 arbeitet man am Josefskrankenhaus mit dem da Vinci-Chirurgiesystem, seit 2019 mit dem da Vinci xi, dem aktuell neuesten seiner Generation. „Zu Beginn haben wir etwa 150 urologische Patienten mit Unterstützung des Systems operiert. Inzwischen gehören wir zu den größten urologischen Kliniken Deutschlands und führen den Großteil unserer Operationen mit dem da Vinci durch“, erklärt Prof. Dr. Maximilian Burger, Direktor der Klinik für Urologie und Inhaber des Lehrstuhls für Urologie der Universität Regensburg. Bei Prostatatkrebs sei das Robotersystem seit 2013 Standard, zuletzt aber auch bei Nieren- und Blasentumoren. „Aktuell führen wir allein in der Urologie jährlich rund 400 Operationen mit einem da Vinci-System durch, das die komplette technische Topausstattung bietet. Mit nur einem System sind wir aber an unsere Grenzen gestoßen, zumal der Bedarf weiter steigt. Zudem sind wir als Universitätsklinik in der Robotik auch wissenschaftlich vorne mit dabei.“

Vor Kurzem ist zudem eine eigene Sektion „Robotische Chirurgie“ innerhalb der Urologie mit dem Leitenden Arzt PD Dr. Johannes Bründl gegründet worden. „Das macht den Stellenwert deutlich, den diese zukunftsweisende Technik bei uns im Haus einnimmt“, so Prof. Burger. Er freue sich daher sehr, dass mit dem zweiten da Vinci-System nun noch mehr Patienten von dieser Technik profitieren werden.

Vorteile bei hochkomplexen Eingriffen

Doch nicht nur in der Urologie, auch in der Chirurgie sowie der Gynäkologie setzt man auf diese hochmoderne, technische Unterstützung zum Wohl der Patienten: „Die Robotik ist für die Allgemeinchirurgie eine wichtige, zukunftsweisende Weiterentwicklung der minimalinvasiven Operationstechnik“, sagt Prof. Dr. Alois Fürst. Bereits in der Vergangenheit haben der Direktor der Klinik für Chirurgie und sein Team mit Hilfe des da Vinci-Systems operiert. So besitzt Oberarzt Dr. Peter Sauer eine 15-jährige Expertise in der robotischen Chirurgie des Bauch- und Brustraumes.

In Zukunft möchten Prof. Fürst und sein Team das System noch häufiger zum Einsatz bringen. „Gerade bei hochkomplexen Eingriffen im Bereich der Tumorchirurgie, zum Beispiel am Enddarm oder an der Bauchspeicheldrüse, wo die Räume sehr eng werden, bietet das da Vinci-System besonders viele Vorteile“, erklärt der Bauchchirurg. Die „Arme des Roboters“ erreichen mit ihrem sehr großen Bewegungsradius auch Bereiche, die sonst nur schwer zugänglich sind. Zudem arbeiten sie feiner und ruhiger als die menschliche Hand. Modernste 3-D-Technologie ermöglicht ferner eine äußerst genaue Sicht auf das Operationsfeld. Doch mit einem Vorurteil möchte Prof. Fürst aufräumen: „Das da Vinci-System ist kein eigenständiger OP-Roboter, wie ihn sich mancher vorstellt. Er übersetzt lediglich die Bewegungen des Chirurgen an der Konsole. Der Chirurg behält immer die Kontrolle, bleibt immer Herr der Lage.“
Neben Eingriffen am Darm und der Bauchspeicheldrüse setzten die Allgemeinchirurgen den da Vinci auch für Operationen an der Leber sowie in der Magen- und Speiseröhrenchirurgie ein.

Die höchste Präzision, die dreidimensionale Funktion der Instrumente und die handgelenksähnlichen Bewegungen sind es auch, die das System für die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe so interessant machen. Der OP-Roboter unterstützt hier unter anderem bei der teilweisen oder kompletten Entfernung der Gebärmutter (suprazervikale, totale bzw. radikale Hysterektomie) aufgrund gutartiger oder bösartiger Erkrankungen. Ebenso bei der Entfernung von Lymphknoten im Bauch- und Beckenraum im Rahmen einer Krebstherapie. Doch auch eine Gebärmuttersenkung, die nicht konservativ behandelt werden kann, kann durch einen Eingriff mit dem da Vinci schonend behoben werden.

„Hauptsächlich profitieren unsere Patientinnen aber bei komplizierten Eingriffen im Rahmen von Krebserkrankungen von dem da Vinci-Operationssystem“, erklärt Prof. Dr. Olaf Ortmann. Er ist Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Caritas-Krankenhaus St. Josef und Inhaber des gleichnamigen Lehrstuhls der Universität Regensburg mit Schwerpunkt Gynäkologie. Durch das hochpräzise Arbeiten werden neben Muskelgewebe auch kleinste Nerven und Gefäße noch besser geschont. Dies minimiert das Risiko für Verwachsungen im Bauchraum. "Dadurch haben die Frauen nach der Operation weniger Schmerzen, das Risiko für Infektionen ist geringer und die Wunden heilen besser.“ Zudem seien die kleinen Schnitte nach kurzer Zeit fast nicht mehr zu sehen und die Patientinnen erholen sich schneller. „Damit können sie früher in ihren normalen Alltag zurückkehren.“

Die Anschaffung des zweiten da Vinci-Operationssystem der neuesten Generation ist für Geschäftsführer Dr. Thomas Koch eine logische und strategische Konsequenz aus der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Klinik: „Unser Haus hat einen Schwerpunkt in der Behandlung von Tumorerkrankungen. Nicht nur, aber besonders hier spielt Präzision eine wichtige Rolle“, sagt Geschäftsführer Dr. Thomas Koch. „Mit dem zweiten da Vinci stärken wir die roboterassistierte, minimalinvasive laparoskopische Chirurgie bei uns im Haus und können so noch mehr Patientinnen und Patienten diese sichere und zugleich schonende Methode anbieten.“

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