Wir über uns

Sie machen Unsichtbares sichtbar



Dunkle Räume, seltsame Geräusche und gefährliche Strahlung – was viele Laien mit der Radiologie verbinden, scheint kein verlockender Arbeitsplatz. Doch bei Regina Machander, der leitenden MTRA in der Klinik für Radiologie am Caritas-Krankenhaus St. Josef, klingt das ganz anders: „Mir macht die Arbeit als medizinisch-technische Radiologie-Assistentin noch immer viel Spaß. Der Beruf ist abwechslungsreich, wir haben viel Verantwortungen und arbeiten sehr selbstständig. Für mich ist das ein Traumjob. Leider kennen noch zu wenige Schulabgänger die Ausbildung.“ Grund genug für uns, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

„Gleich kommt eine Patientin aus der Notaufnahme – Verdacht auf Lungenembolie. Wir brauchen ein CT.“ „Geht klar, ich mache nur noch schnell das Becken fertig.“ Im Arbeitsraum der Computertomographie herrscht Hochbetrieb. Während MTRA Johannes hochkonzentriert vor seinem Bildschirm sitzt und die Bilder des letzten Patienten nachbearbeitet, bereitet seine Kollegin im Untersuchungsraum schon alles für die Notfallpatientin vor. Sie legt eine frische Unterlage auf die Liege, bringt das CT in Position und öffnet die Schleuse, um die hochbetagte Dame in Empfang zu nehmen. Sie wirkt zerbrechlich, ist an einen Monitor und eine Sauerstoffflasche angeschlossen. „Frau Meyer (Name geändert), wir müssen Sie umlagern, das wird jetzt ein bisschen ruckeln.“ Mit geübten Griffen wird die Dame auf die Untersuchungsliege gezogen. „Das haben Sie schon geschafft“, beruhigt die MTRA die Dame und legt ihr eine Stütze unter den Kopf. „Jetzt müssten Sie bitte die Arme über den Kopf legen.“ Die ältere Dame hebt die Arme und bleibt ruhig liegen. „Alles gut bei Ihnen? Geht das so?“, hakt die Radiologie-Assistentin sofort nach. „Ja, so ist es gut“, kommt prompt die Antwort. „Soziale Kompetenz und Einfühlungsvermögen sind wichtig für unseren Beruf, das gehört genauso dazu wie technisches Verständnis und Interesse an Medizin“, erklärt Machander.

 

Die Kollegin im Untersuchungsraum erklärt Frau Meyer noch wie es weitergeht und beruhigt sie: „Das dauert gar nicht lange. Zwischendrin wird es Ihnen vermutlich etwas warm werden, bitte machen Sie sich da keine Sorgen. Das ist das Kontrastmittel.“ Sie stellt die entsprechende Untersuchung am Gerät ein, prüft noch einmal, ob die Dame richtig liegt, und schließt die Tür. Ein kurzer Blick zu Johannes, der am Computer sitzt: „Passt alles bei Dir?“ Er nickt kurz und prüft ebenfalls noch einmal alle Einstellungen, dann startet er die Fahrt, also die CT-Untersuchung. Vom Arbeitsraum aus haben er und seine Kollegin den Untersuchungsraum immer im Blick. Die Liege bewegt sich in die kurze Röhre. Aus dem Untersuchungsraum hört man Anweisungen wie „Bitte einatmen, bitte nicht mehr atmen.“ Währenddessen erscheinen die ersten Bilder am PC: „Die Patientin liegt wunderbar gerade“, stellt Johannes fest. Alles im Blick zu haben, ist wichtig, denn MTRAs führen diese Untersuchungen eigenverantwortlich durch. Die Ärzte geben vor, welche Art der Untersuchung es sein soll und was sie sehen wollen, der Rest ist Sache der MTRA. „Wir arbeiten nicht nur ab, sondern können auch eigenständige Vorschläge machen“, erklärt Machander. „Viele denken ja, wir drücken nur aufs Knöpfchen. Doch das wird unserem Berufsstand nicht gerecht. Wir bereiten die Geräte vor und führen Konstanzprüfungen durch, wir positionieren die Patienten und spritzen bei Bedarf Kontrastmittel. Im Anschluss bearbeiten wir die Bilder und rekonstruieren unter anderem 3D-Ansichten, ehe sie zur Befundung an die Ärzte gehen. Wir sind nicht nur direkt in der Radiologie tätig, sondern mit unseren mobilen Geräten auch mal auf der Intensivstation oder in der Notaufnahme“

Johannes fährt inzwischen weitere Schichten. Immer neue Bilder bauen sich auf. Nach wenigen Minuten stoppt er die Untersuchung. Die Kollegin öffnet die Tür, geht wieder in den Untersuchungsraum: „Und schon haben Sie es geschafft“, bereitet sie die ältere Dame auf die Rückkehr in die Notaufnahme vor. Nachdem die Dame das Zimmer verlassen hat, wird schon wieder ein neuer Patient angekündigt. Die MTRA erneuert die Unterlage, bringt das Gerät in Position, füllt das Kontrastmittel wieder auf. Johannes bereitet inzwischen die Untersuchung nach. Er bearbeitet die Bilder, wählt Ausschnitte aus, schneidet die Bilder zu, verändert Schärfe und Kontrast. „Auch hier ist besondere Sorgfalt gefragt. Denn mit den Aufnahmen machen wir es den Ärzten möglich, Krankheiten zu diagnostizieren um eine entsprechende Behandlung einleiten zu können“, erklärt Machander. „Deshalb ist in unserem Beruf auch großes Verantwortungsbewusstsein gefragt.“

 

Ein Beruf mit vielen Facetten

Ein paar Räume weiter fertigt eine andere Kollegin Röntgen-Aufnahmen eines älteren Patienten an, der gestürzt ist. Auch sie spricht mit dem Patienten in ganz ruhigem Ton, positioniert ihn auf der Liege und versichert sich, dass dieser korrekt liegt. Anschließend verlässt sie den Raum, schließt die Tür, blickt noch einmal durch das Glasfenster ins Innere des Röntgenraums und löst die Aufnahme aus. Nur wenige Sekunden später erscheint die Hüfte auf dem Bildschirm. „Das macht unseren Beruf so vielfältig: wir arbeiten an den unterschiedlichsten Geräten, die alle hochmodern sind. Neben dem CT und dem konventionellen Röntgen sind wir auch für den Einsatz am Magnetresonanztomographen (MRT), in der Nuklearmedizin und Strahlentherapie ausgebildet“, erklärt die Leitende MTRA. Vor schädlichen Strahlen muss sich jedoch niemand fürchten: „Während der Untersuchung werden die Untersuchungsräume, üblicherweise verlassen. Zudem werden wir in der Ausbildung gut im Strahlenschutz gelehrt und tragen ein Dosimeter. Das kleine Gerät überwacht die Strahlenbelastung von Personen, die im Beruf unter anderem mit Röntgenstrahlung arbeiten.“

Voraussetzung für die dreijährige Ausbildung zur MTRA ist ein Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren. Die Ausbildung am Caritas-Krankenhaus St. Josef erfolgt in Kooperation mit den Eckert Schulen in Regenstauf. Dort lernen die Schülerinnen und Schüler die theoretischen Grundlagen – neben Anatomie und Physiologie, Bildverarbeitung und Diagnostische Radiologie, gehören dazu auch Strahlenphysik, Dosimetrie und Strahlenschutz ebenso wie Nuklearmedizin, Chemie oder Biologie.

Der Praxisteil wird in der Klinik vor Ort absolviert. „Was viele noch nicht wissen: im Gegensatz zu früher, wo die Auszubildenden Schulgeld bezahlen mussten, ist die Ausbildung inzwischen vergütet“, erklärt Machander. 

 

Teammitglieder gesucht

Gearbeitet wird in der Radiologie des Caritas-Krankenhauses St. Josef im Schichtdienst, Bereitschaftsdienste gibt es keine. „Wir sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für die Patientinnen und Patienten da.“ Wer jetzt Lust hat ein Teil des Teams von Regina Machander zu werden, kann sich gerne bewerben. „Aktuell suchen wir nicht nur Azubis, sondern auch ausgebildete MTRAs zur Verstärkung. Wir sind ein engagiertes Team, haben eine kollegiale Atmosphäre und nehmen die oder den Neuen gern bei uns im Team auf!“ Die aktuelle Stellenausschreibung ist unter www.csj.de/beruf-karriere zu finden.

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