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Tag des Cholesterins: Schützen Sie Ihr Herz

 

Cholesterin sorgt immer wieder für Diskussionen – nicht nur rund ums Frühstücksei. Fest steht: ein zu viel davon ist ungesund, kann zu Arteriosklerose und Herzinfarkt führen. Zum Tag des Cholesterins – heute am 19. Juni – haben wir mit Prof. Dierk Endemann, einem der beiden Direktoren der Klinik für Innere Medizin am Caritas-Krankenhaus St. Josef, gesprochen. Der Kardiologe erklärt unter anderem, was Menschen mit einem zu hohen Cholesterin-Wert beachten sollten und wie man einem Herzinfarkt vorbeugen kann.

 

Herr Prof. Endemann, heute ist Tag des Cholesterins. Doch die wenigsten wissen, was der Stoff in unserem Körper eigentlich macht. Können Sie uns hier weiterhelfen?

Cholesterin ist unter anderem Bestandteil der Zellmembran, also der äußeren Hülle unserer Zellen. Zudem ist es an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt.

 

Also ist Cholesterin gar nicht so schädlich?

Das kann man so leider nicht sagen. Es gibt unterschiedliche Arten von Cholesterin im Blut: das „gute“ HDL-Cholesterin und das „schlechte“ LDL-Cholesterin – vereinfacht gesagt. Während das HDL-Cholesterin überschüssiges Cholesterin aus dem Blut und dem Gewebe in die Leber zum Abbau bringt, transportiert LDL-Cholesterin Fette von der Leber in die Organe.

Problematisch wird es, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Körper unterwegs ist und die Zellen es nicht mehr aufnehmen können. Dann lagert sich das Cholesterin an den Wänden der Blutgefäße ab, was auf Dauer zu einer Arterienverengung (Arteriosklerose) und letztlich auch zu Herzinfarkt führen kann.

 

Gibt es bestimmte Grenzwerte, bei denen man alarmiert sein sollte?

Die Grenzwerte allein sind nicht aussagekräftig. Ein Wert, der bei einem jungen und ansonsten gesunden Menschen noch in Ordnung sein kann, kann für Patienten, die bereits eine Vorerkrankung am Herz oder eine genetische Veranlagung haben, schon gefährlich werden.

Die Deutsche Herzstiftung nennt beispielsweise Gesamtcholesterinwerte um 200 mg/dl und LDL-Cholesterinwerte um 115 mg/dl als wünschenswert – bei gesunden Menschen ohne zusätzliche Risikofaktoren oder Hinweise auf eine Herz- oder Gefäßerkrankung.

Aber grundsätzlich gilt: Je höher der LDL-Wert, desto höher das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der LDL-Wert ist dabei zwar nur einer von mehreren Risikofaktoren, spielt aber eine ganz wesentliche Rolle. Und je mehr andere Risikofaktoren, wie genetische Veranlagung, Übergewicht oder Rauchen vorliegen, umso wichtiger ist es, dass der LDL-Wert so niedrig wie möglich gehalten wird – dann kann auch ein Wert von 115 mg/dl schon zu viel sein.

 

Wie senke ich meinen LDL-Cholesterin-Wert?

Das gelingt beispielsweise mit einem gesunden Körpergewicht, viel Bewegung, Entspannung und einer ausgewogenen Ernährung. Generell sollte man tierische Produkte wie Fleisch- und Wurstwaren meiden. Da steckt einfach viel Cholesterin drin. Wenn ein tierisches Produkt, dann eher Fisch und dazu viel Gemüse oder Hülsenfrüchte. Allein wer streng auf seine Ernährung achtet, kann schon sehr viel bewegen.

 

Also kann ich sehr viel selbst tun, damit mein Cholesterin-Wert im Rahmen bleibt?

In den meisten Fällen schon – das gilt allerdings nicht für Risikopatienten. Auch hier ist eine gesunde Lebensweise natürlich auf jeden Fall ratsam und nötig. Doch ist der Wert sehr hoch und gehört man zu den Risikopatienten, kommt man um eine medikamentöse Therapie, beispielsweise mit Statinen nicht herum – zusätzlich zur Änderung der Lebensweise, sprich gesunde Ernährung, viel Bewegung und wenig Stress.

 

Kann ich sonst noch etwas tun, um ein Herzinfarkt-Risiko zu senken?

Auf jeden Fall! Denn neben Übergewicht, zu wenig Bewegung und einer erblichen Veranlagung, gehört Rauchen zu den Hauptrisikofaktoren. Egal jedoch, ob Cholesterinwerte, Bewegung oder Gewicht: um einem Herzinfarkt vorzubeugen, kann man nie früh genug anfangen. Studien zeigen, dass sich bereits zu wenig Bewegung im Kindesalter negativ auf die Blutgefäße auswirken kann! 

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