Klinik für Urologie - Lehrstuhl der Universität Regensburg

HoLEP (Holmium Laser Enukleation der Prostata)

Holmium Laser Enukleation der Prostata (HoLEP) – mit dem Laser gegen die gutartige Prostatavergrößerung

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine Volkskrankheit, die mit zunehmendem Lebensalter nahezu alle Männer betrifft: alleine in der Altersgruppe zwischen 60-69 Jahren sind rund ein Drittel betroffen. Im Gegensatz zum Prostatakrebs, dem Prostatakarzinom, handelt es sich hierbei aber nicht um eine bösartige Geschwulst der Drüsenkapsel, sondern eine durch Hormonveränderungen verursachte Zunahme des inneren Drüsenanteils.

Typische Symptome – z.B. häufiges, vor allem nächtliches Wasserlassen, Restharngefühl nach der Miktion, schwacher Strahl – können aber bei vielen Patienten über einen langen Zeitraum exzellent mit einer medikamentösen Therapie gemindert werden.
Eine Operation als erster Schritt ist nur selten erforderlich. Mit zunehmender Erkrankungsdauer und fortschreitendem Wachstum der Prostata ist aber irgendwann der Zeitpunkt erreicht, an dem die Tablettenttherapie nicht mehr effektiv die resultierenden Probleme – v.a. Infekte und Harnverhalt – abwenden kann.

 Abb.1: Holmium-Laser-Sonde

Abb.2: Lasersonde in der Bildmitte, links und rechts die vergrößerten Prostata-Seitenlappen

Die klassische Operationsmethode zur Behandlung der BPH ist die „Ausschabung“ über die Harnröhre, die sogenannte transurethrale Resektion der Prostata. Dieses Verfahren existiert seit 85 Jahren und gilt gerade bei kleineren Drüsen auch heute noch als der Goldstandard. Limitiert ist die Methode jedoch durch die Größe der Drüse. Sehr große Prostatae wurden und werden deshalb heute noch mit einer offenen Operation behandelt. Daneben gibt es eine Vielzahl von alternativen experimentellen und etablierten Methoden, die vor allem auf Lasertechnik basieren. Doch auch bei den Lasermethoden gibt es grundlegende Unterschiede. Die Urologie am Caritas-Krankenhaus St. Josef bietet Patienten seit diesem Jahr die Holmium Laser Enukleation der Prostata (HoLEP) als operative BPH-Therapie an.

Welche Vorteile dürfen die Patienten davon erwarten?

  • Es handelt sich um eine vollständige Entfernung (= Enukleation) des Drüsengewebes, wie bei der offenen Operation, entlang der natürlichen Trennschicht zwischen dem Drüsengewebe und der am Ende verbleibenden Kapsel der Prostata.
  • Der Holmium Laser hat eine hohe Effektivität auf kurze Distanz, dringt mit seiner Energie aber nur wenige Millimeter in das Gewebe ein, so dass die empfindlichen Strukturen an der Prostatakapsel, wie Nerven und feine Blutgefäße, sehr gut geschont werden.
  • Das abgetragene Gewebe wird nicht verbrannt, sondern zerkleinert und zur histologischen Aufarbeitung eingeschickt, um ggf. bislang unbekannte Tumorherde festzustellen.
  • Flexibler Einsatzbereich bezüglich der Drüsengröße, so dass gerade auch Drüsen operiert werden können, die für die klassische Ausschälung zu groß sind.
  • Der Eingriff findet vollständig durch die Harnröhre, quasi in „Schlüsselloch-Technik“, statt. Den Patienten wird dadurch der Unterbauch-Schnitt mit Drainage und Hautnaht, wie bei der offenen OP notwendig, erspart. Hierdurch bedingt resultiert eine wesentlich schnellere Erholung als bei der offenen Operation.
  • Als Alternative zur offenen OP besonders wertvoll, z.B. bei Patienten mit hohem Risiko für Wundheilungsstörung (Übergewicht, Diabetes, Gefäßerkrankungen).
  • Keine suprapubische Harnableitung („Bauchdecken-Katheter“) wie bei TUR-P oder offener OP. Damit ist diese Operation auch bei Harnblasentumoren in der Vorgeschichte möglich.
  • Deutlich geringere Blutungen im Vergleich zur offenen OP, aber auch zur TUR-P. Eine Entlassung ist völlig unproblematisch bereits am 2.– 3. Tag nach der OP ohne Katheter möglich, bei in der Regel sofortiger und signifikanter Verbesserung der Beschwerden.
  • Geringe Komplikationsrate gepaart mit einer sehr gründlichen Entfernung des überschüssigen Drüsengewebes. 

Nicht umsonst ist die HoLEP das einzige Laserverfahren, das von der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU) hinsichtlich der Langzeitergebnisse als Alternative zur TUR-P und offenen OP mit höchstem Bewertungsgrad versehen wird [(EAU Guidelines 2016: "The long-term functional results of HoLEP are comparable with TURP or open prostatectomy.“ GRADE A (Gravas  et al. 2016)].
Dass das Verfahren dennoch europaweit relativ selten angeboten wird, liegt an der im Allgemeinen als schwierig eingestuften Lernphase dieser Operation. Nur eine kontinuierlich hohe Fallzahl pro Operateur und Zentrum stellt eine gute Ergebnislage sicher. Erfreulicherweise können wir den Patienten diese Lernphase ersparen, da Priv.-Doz. Dr. Christian Eichelberg aus seiner Zeit an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf ein sehr erfahrener HoLEP-Operateur ist. Dort wird die HOLEP seit Jahren als Standard-OP für nahezu alle Größen der BPH erfolgreich eingesetzt.

Wir freuen uns unseren Patienten mit diesem Schritt alle wichtigen operativen Verfahren zur Behandlung der BPH – von der offenen OP über HOLEP, mono- und bipolare TUR-P und Greenlight-Laser – anbieten zu können, so dass wir gemeinsam mit unseren Partnerpraxen für jeden Patienten jetzt noch individueller das optimale Verfahren auswählen können. 

Abb. 3. Holmium-Laser-Sonde aus der Nähe

 

 

 

 

 

 

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