Klinik für Urologie - Lehrstuhl der Universität Regensburg

Gutartige Prostatavergrößerung

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine nicht-kanzeröse Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata), von der etwa die Hälfte aller Männer über 60 Jahren betroffen ist. In der Vergangenheit ist eine BPH mit einem invasiven schnitt-operativen Eingriff behandelt worden. Heute haben Männer mit einer BPH die Möglichkeiten, sich einer medikamentösen oder minimal-invasiven Behandlung, zu unterziehen.

Das Wachstum des gutartigen Prostatagewebes beginnt im Zentrum der Prostata, wo diese von der Harnröhre durchzogen wird. Infolge der Vermehrung des Gewebes wird die Harnröhre eingeengt und der Urin kann nicht mehr beschwerdefrei abfließen.

Die BPH ist eine weit verbreitete, sich natürlich entwickelnde und nicht bösartige Vergrößerung der Prostata, die zu Komplikationen beim Wasserlassen führt. Oft treten bei Männern mit einer BPH viele Veränderungen im alltäglichen Leben ein, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen – z.B. Verzicht auf Reisen, Unterbre­chungen von Freizeitaktivitäten, Aufsuchen von Toiletten und nächtliche Blasenschwäche.

Symptome der BPH

Das frühe Stadium der BPH verursacht nicht zwingend Beschwerden und wird häufig nur bei Vorsorgeunter­suchungen erkannt. Im weiteren frühen Verlauf treten erste Symptome auf:

- häufiger Harndrang (besonders Nachts)
- verzögerte Blasenentleerung
- schwächerer Harnstrahl
- Nachtröpfeln beim Wasserlassen

Im mittleren Stadium treten die Symptome ausgeprägt auf und können zur Folge haben, dass die Blase sich nicht vollständig leert. Dieses bedeutet, dass Restharn in der Blase verbleibt und der Boden für Krankheitserreger geebnet wird. Das führt zu vermehrt auftretenden Harnwegsinfektionen und -entzündungen.

Im späten Stadium, wird die Harnröhre durch das vermehrte Prostatagewebe so stark eingeengt, dass immer mehr Restharn in der Blase verbleibt. Die Beanspruchung der Muskulatur der Blase ist so stark, dass es zum kompletten Versagen der Blasenfunktion kommen kann. Der Urin wird dann unkontrolliert und tröpfchenwei­se abgegeben. Der Rückstau des Restharns kann schwere Nierenschädigungen zur Folge haben. Spätestens in diesem Stadium ist eine operative Behandlung unumgänglich.

Eine Stadieneinteilung der Symptome kann ganz einfach mittels eines Fragebogens vorgenommen werden: dem IPSS-Fragebogen.

                                        Normale Prostata                       Vergrößerte Prostata

Behandlungsoptionen

Medikamentöse Therapie
Zu Beginn, bei geringen Symptomen und dem Fehlen von Komplikationen wie z.B. wiederholter Harnverhaltung, ist eine konservative medikamentöse Therapie gerechtfertigt. Es existieren verschiedene pharmakologische Ansätze um den erhöhten Wiederstand beim Wasserlassen zu vermindern. Die Therapieform orientiert sich an den Beschwerden des Patienten und erfordert regelmäßige Kontrollen, um Nebenwirkungen sowie einen Wirkverlust rechtzeitig zu erkennen.

TUR-Prostata
Die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) stellt ein minimal-invasives Verfahren dar, das beim Auftreten von Komplikationen oder Wirkverlust der medikamentösen Therapie indiziert ist. Das überschüssige Gewebe wird durch eine elektrische Schlinge gewissermaßen abgehobelt. Es ist ein potentiell kuratives Verfahren, das einen ca. fünftägigen Krankenhausaufenthalt erfordert. Nach Entfernung des überschüssigen Gewebes kann der Urin wieder ungehindert aus der Blase in die Harnröhre abfließen.

TVA
Besonders bei sehr stark vergrößerter Prostata ist die altbewährte transvesikale Adenomenukleation (TVA) immer noch das Therapieverfahren der Wahl. In einer offenen Operation wird das vermehrte Prostatagewebe komplett entfernt. Ebenso wie die minimal-invasiven Therapien ist es kurativ und erfordert einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt.

HoLEP (Holmium Laser Enukleation der Prostata)
Eine genauere Beschreibung dieses Verfahrens folgt noch.

Green-Light-Lasertherapie
Männer mit einer gutartigen Prostatavergrößerung haben jetzt neuerdings die Möglichkeit, eine weitere minimal-invasive Behandlung durchführen zu lassen, die Green-Light-Lasertherapie der Prostata. Die Green-Light-Lasertherapie verwendet Laserenergie zur Entfernung des Prostatagewebes. Die Technik spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Am Caritas-Krankenhaus St. Josef steht der aktuellste und neueste Green-Light-Laser zur Verfügung.

Patienten mit einer überdimensional stark vergrößerten Prostata und/oder Patienten, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen müssen, sind geeignet für die Green-Light-Lasertherapie. Ein Absetzen oder Umstellen der Gerinnungs-Hemmer, die oftmals aus kardialen Gründen zwingend eingenommen werden müssen, ist im Rahmen der Green-Light Behandlung nicht erforderlich.

 

Eine kleine Animation, damit Sie sich vorstellen können wie der Greenlight Laser funktioniert, finden Sie hier:

Video

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