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Überleben dank Überdruck

Das Caritas-Krankenhaus St. Josef etabliert eine Sauerstoff-Überdruckkammer und schließt damit eine Versorgungslücke im ost-bayerischen Raum

Seit Freitag können Patienten mit Kohlenmonoxid-Vergiftungen, Tauchunfällen und spezifischen Infektionen wieder in Ostbayern behandelt werden. Das Caritas-Krankenhaus hat eine Sauerstoff-Überdruckkammer mit 24-Stunden-Bereitschaft in Anbindung an die Intensivstation in Betrieb genommen. Bei Kohlenmonoxid-Vergiftungen durch defekte Gasthermen oder Rauchgasvergiftungen kann die rasche Behandlung mit Sauerstoff-Überdruck lebensrettend sein. Die Kammer ist rund um die Uhr in Bereitschaft und rettet daher Leben.

Aufgrund der geringen Anzahl an Überdruckkammern und oft langen An-fahrtswegen ist dies nicht immer gewährleistet. Privatdozent Dr. Michael Pawlik, Direktor der Klinik für Anästhesiologie am Caritas Krankenhaus St. Josef, setzt sich seit Jahren für eine fachgerechte Sauerstoff-Überdruckbehandlung ein. „Neben der Notfallversorgung ist diese Therapie bei der Behandlung schlecht heilender Wunden für schwerstkranke Patienten manchmal die letzte Rettung“, weiß Pawlik aus Erfahrung. Unterstützung fand das Caritas-Krankenhaus bei mehreren Partnern. Professor Dr. Michael Nerlich, Direktor der Klinik für Unfallmedizin am Caritas-Krankenhaus St. Josef sowie am Universitätsklinikum, setzt sich als Vorsitzender des Rettungszentrums Regensburg für die Notfallversorgung in Ostbayern ein. „Da in Bayern Druckkammern nur noch in München, Traunstein und Murnau zur Verfügung stehen, nimmt die Kammer in Regensburg eine zentrale Rolle in der Notfallversorgung ein“, sagte Nerlich. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass die Etablierung der Überdruckkammer am Caritas-Krankenhaus auch durch die BMW-Charity mitfinanziert wurde. Aber auch der Landkreis und die Stadt Regensburg – gemeinsam mit der Sparkasse Regensburg – beteiligten sich an der Finanzierung. Dompropst Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes Regensburg, sprach anlässlich der Feier zur Einführung der Druckkammer von der Verantwortung, „die wir als Caritas-Krankenhaus für die Bevölkerung haben und gerne übernehmen. Es ist unsere Aufgabe, nah an den Menschen und ihren Bedürfnissen zu sein, ganz besonders auch hier am Krankenhaus.“ Florian Glück, Geschäftsführer am Krankenhaus St. Josef, stellte heraus, „dass durch die 24-Stunden-Bereitschaft der Kammer und die Anbindung an eine leistungsfähige Intensivstation der Medizinstandort Regensburg ein weitere Perle bekommen habe. „Mein Dank gilt allen Beteiligten, die die Etablierung an unserem Haus möglich gemacht haben, nicht zuletzt auch den Kran-kenkassen, mit denen wir die Finanzierung der Behandlungen vereinbaren konnten“, sagte Glück. 

Die Sauerstoff-Überdruckkammer am Caritas-Krankenhaus ähnelt einem kleinen U-Boot. Der Patient liegt in der Kammer und atmet hundertprozentigen Sauerstoff ein. In Deutschland gibt es jährlich etwa 6000, in Bayern ca. 1000 CO-Vergiftungen durch defekte Gasthermen in Bädern oder durch Rauchgasvergiftungen bei Bränden. Bei solchen Vergiftungen herrscht im Gewebe Sauerstoffmangel. Durch die Behandlung in der Kammer wird die im Blut gelöste Sauerstoffmenge um ein Vielfaches erhöht. Der erhöhte Sauerstoffdruck vermindert dann Gewebeschwellungen, Blutzellen werden stimuliert und Wunden können besser heilen.

von links: Professor Dr. Michael Nerlich, Direktor der Klinik für Unfallmedizin; Brigitte Hiller, BMW Charity, Florian Glück, Geschäftsführer; Harry Landauer, Funkhaus Regensburg; Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner, Caritas-Verband; Tanja Schweiger, Landrätin; Silvan Klein, Klinik für Plastische Chirurgie; Priv.-Doz. Dr. Michael Pawlik, Klinik für Anästhesiologie; Joachim Wolbergs, Oberbürgermeister; Dr. Rudolf Gingele, Sparkasse Regensburg; Hubert Pauly, Integrierte Leitstelle Regensburg

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