Harnsteinzentrum Regensburg

Metaphylaxe/Prophylaxe von Harnsteinen

Allgemeine Fakten zu Harnsteinen

  • Das Risiko im Laufe seines Lebens an Harnsteinen zu erkranken liegt in Europa bei ca. 5-12 %
  • In den letzten Jahren ist die Anzahl der Neuerkrankungen beträchtlich gestiegen. Hierfür sind vor allem die veränderten Lebensumstände sowie moderne Ernährungsgewohnheiten verantwortlich
  • ca. 50% der Patienten erleiden ein Steinrezidiv, ca. 10-20 % sogar drei oder mehr
  • 75% der Patienten können ein Steinrezidiv allein durch allgemeine Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, eine Erhöhung der Trinkmenge auf ca. 3 Liter täglich sowie adäquate körperliche Bewegung und Normalisierung des Gewichts vermeiden

Risikofaktoren für rezidivierende Steinbildung

Gewisse Faktoren ergeben Hinweise darauf, dass ein Patient gefährdet ist, erneut Steine zu bilden. In diesem Fall sollten engmaschige Kontrollen sowie eine weiterführende Diagnostik mittels 24h-Urin, 24h-pH-Profil und serologischer Abklärung erfolgen.

Zu den Hochrisikofaktoren zählen beispielsweise: 

  • Mehr als 3 Rezidive im Jahr, Steine im Kindes-und Jugendalter, gehäuftes Steinleiden in der Familie
  • Steinreste nach Therapie, Einzelniere, eine große Steinlast 
  • Infekt-Steine, Brushit-Steine, Xanthin-Steine
  • Genetische Erkrankungen wie Zystinurie, primäre Hyperoxalurie und renale tubuläre Azidose
  • Andere Erkrankungen wie Morbus Crohn, Hyperparathyreoidismus, Malabsorptionsstörungen und Kurzdarmsyndrom

Allgemeine metaphylaktische Maßnahmen

  • Erhöhung der Trinkmenge
    Den Grundstein bildet eine Erhöhung der Flüssigkeitszufuhr mit einer Harnausscheidung von über 2 Litern täglich. Es ist auf eine konstante, regelmäßige Flüssigkeitszufuhr über den Tag sowie in der Nacht zu achten. Geeignet sind harnneutrale Getränke wie Mineralwasser, Früchte- und Blasentees und verdünnte Fruchtsäfte (z. B. Apfel, Traube). Ungeeignete Getränke sind zuckerhaltige, Kaffee und alkoholische Getränke.
  • Ernährung
    Es sollte auf eine Reduktion der tierischen Eiweißmenge in der Nahrung (max. 1g Eiweiß pro kg Körpergewicht pro Tag) geachtet werden. Des weiteren sind Obst, Gemüse und Getreideprodukte zu bevorzugen.
  • Körpergewicht
    Übergewicht und die damit meist verbundenen Ernährungsgewohnheiten können die Harnsteinbildung begünstigen.
    Diesbezüglich ist eine langfristige Reduktion des Körpergewichtes mit Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und ausreichender körperlicher Bewegung zu empfehlen. Einseitige Diäten und Fasten sollten vermieden werden.

Spezielle medikamentöse Harnsteinprophylaxe

Basis hierfür ist eine regelmäßige und konsequente Einnahme der Medikamente! Nichtsdestotrotz sollten die allgemeinen metaphylaktischen Maßnahmen weitgehend eingehalten werden.
Vor allem bei Patienten der Hochrisikogruppe mit rezidivierenden Steinleiden sollte eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen werden.

  • Calciumoxalatsteine
    Alkalizitrate bzw. Bicarbonat zur Anhebung des Urin-pHs. Zudem gibt es die Möglichkeit mit Thiaziden (Diuretika) die renale Kalziumausscheidung zu senken.
  • Calciumphosphatsteine
    Primärer Hyperparathyreoidismus, renal tubuläre Azidose und Harnwegsinfektionen können hierfür ursächlich sein und müssen therapeutisch unterschieden werden. Bei dem primären Hyperparathyreoidismus bedarf es einer operativen Therapie. Im Falle einer renal tubulären Azidose kann eine Metaphylaxe mittels Alkalizitraten bzw. Bicarbonat oder Thiaziden (Diuretika) erfolgen. Bei infektbedingten Calciumphosphatsteinen sind eine längerfristige Antibiotikatherapie sowie Ansäuern des Harns mit Methionin zu empfehlen. Wichtig ist hier v.a. eine vollständige Steinsanierung.
  • Harnsäuresteine
    Ursächlich hierfür sind eine vermehrte Harnsäureausscheidung und der damit verbundene anhaltend niedrige pH-Wert im Urin. Anhebung des Urin-pHs durch Alkalizitrate oder Natriumbikarbonat sowie die medikamentöse Senkung der Harnsäureausscheidung mit Allopurinol sind hier Mittel der Wahl.
  • Infektsteine
    Basis ist vor allem eine komplette Steinentfernung. Des weiteren ist eine längerfristige Antibiotikatherapie sowie Ansäuern des Harns mit Methionin zu empfehlen.
  • Zystinsteine
    (s. Abschnitt Zystinurie)

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