Klinik für Urologie - Lehrstuhl der Universität Regensburg

Fokale Therapie

Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes. In Deutschland sind jährlich etwa 64.000 Männer von dieser Diagnose betroffen. Allerdings verläuft die Erkrankung sehr unterschiedlich. Die Entscheidung für die individuell richtige Therapie kann nur im Einzelfall getroffen werden.

Bei aggressiven Tumoren ist eine radikale Therapie unumgänglich, z.B. eine robotisch-assistierte da Vinci-Prostatektomie oder eine Bestrahlung. Diese Therapieformen werden in spezialisierten und zertifizierten Zentren in höchster und transparenter Qualität durchgeführt. Bei weniger aggressiven Tumoren kann ein weniger aufwändiges Therapieverfahren erwogen und eine sog. Übertherapie vermieden werden.

Mit der fokalen Therapie kann die Klinik für Urologie des Caritas-Krankenhauses St. Josef ihr Spektrum an hochmodernen und effektiven Verfahren zur Behandlung von Prostatakrebserkrankungen erweitern.

Fokale Therapie – „Focal One“

Bei der fokalen Therapie werden innerhalb der Prostata nur die tumorbefallenen Anteile gezielt behandelt, während das restliche Prostatagewebe weitgehend geschont werden kann. Die möglichen Auswirkungen der radikalen Therapieverfahren (insbesondere Impotenz und Inkontinenz) können dadurch in der Regel auf ein Minimum reduziert werden.

Mit der fokalen Therapie soll die bestehende Lücke zwischen Übertherapie auf der einen Seite und kontrolliertem Zuwarten auf der anderen Seite geschlossen werden.

An der Regensburger Klinik steht mit „Focal One“ eine hochmoderne minimal-invasive Technologie zur fokalen Therapie des Prostatakarzinoms zur Verfügung. Das „Focal One“- System stellt die modernste Weiterentwicklung des hochintensiven fokussierten Ultraschalls („HIFU“) dar. Das minimal-invasive, sichere und erprobte Verfahren wird in Regensburg bereits seit 1997 angewendet.

Die fokale Therapie eignet sich nur für Patienten im frühen Krankheitsstadium ohne wesentliche Risikofaktoren.

Weltweit wurden bereits über 45.000 HIFU-Behandlungen durchgeführt. Seit der Etablierung der multiparametrischen Kernspinuntersuchung der Prostata (sog. Prostata-MRT) zur genaueren Tumorlokalisation lassen sich die neuen technischen Möglichkeiten von „Focal One“ optimal nutzen. Für die Planung einer fokalen Therapie ist die Durchführung eines MRT der Prostata zwingend erforderlich. Ergänzend kann im Anschluss eine gezielte 3D-MRT-Fusionsbiopsie der im MRT tumorverdächtigen Areale durchgeführt werden. Diese Diagnostik wird von Ihrem Urologen im Rahmen der gemeinsamen Therapieplanung durchgeführt.

Behandlungsablauf

Die minimal-invasive „Focal One“-Technologie ermöglichteine exakte Behandlung des Tumors innerhalb der Prostata mittels hochintensivem fokussierten Ultraschall. Die Lage der tumorbefallenen Areale innerhalb der Prostata, die dank der zuvor durchgeführten gezielten 3D-MRT-Fusionsbiopsie bekannt ist, wird in das „Focal One“-System übertragen.

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche fokale Therapie ist die exakte Diagnose, wo sich der oder die Tumore innerhalb der Prostata befinden.

Die Behandlung erfolgt in aller Regel in einer kurzen Vollnarkose. Die Ultraschallwellen zerstören die Tumorareale über eine Sonde im Enddarm. Während der Behandlung werden die MRT-Bilder mit dem Live-Ultraschallbild fusioniert („verschmolzen“).Mit dieser kombinierten MRT und Ultraschalldiagnostikkönnen somit die betroffenen Tumorareale exakt behandelt werden. Die Therapiesonde setzt die Vorgaben des behandelnden Arztes millimetergenau um. Am Ende der Behandlung wird eine Ultraschall-Kontrastmitteldarstellung zur direkten Kontrolle des behandelten Areals durchgeführt. Ein Harnblasenkatheter wird nach dem Eingriff für lediglich zwei Tage benötigt. Unerwünschte Nebenwirkungen sind nur in geringem Umfang zu erwarten. So kann es vorübergehend zu erschwertem Wasserlassen kommen. Der stationäre Aufenthalt beträgt bei der fokalen Therapie ca. drei Tage.

Die fokale Therapie verbindet bei günstigen Risikofaktoren Lebensqualität und Tumorfreiheit.

Die fokale Therapie mittels „Focal One“ stellt ein relativ neues Verfahren dar. In einem zertifizierten universitären Zentrum wie der Klinik für Urologie des Caritas-Krankenhauses St. Josef wird der Behandlungserfolg selbstverständlich im Rahmen von kontrollierten klinischen Studien überwacht. Nach erfolgreicher Therapie wird der Behandlungserfolg im Rahmen regelmäßiger Nachsorgeuntersuchungen engmaschig durch Ihren Urologen kontrolliert.

Sollten Sie Interesse an einer fokalen Therapie der Prostata mittels Focal One haben, empfehlen wir zunächst eine Vorstellung zur individuellen Beratung in unserer Spezialsprechstunde für fokale Therapie (montags nach Vereinbarung). Ein Termin hierfür kann jederzeit unter 0941/782-3511 vereinbart werden. Sollten Sie an den regulären Sprechstundenzeiten verhindert sein ist eine individuelle Terminvereinbarung möglich.

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Caritas-Krankenhaus
St. Josef
Klinik für Urologie
Landshuter Straße 65
93053 Regensburg

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