Klinik für Urologie - Lehrstuhl der Universität Regensburg

Penisverkrümmung / Induratio penis plastica

Was ist die Induratio Penis Plastica?

Die Induratio Penis Plastica (IPP) ist eine gutartige Erkrankung der Corpora cavernosa („Penisschwellkörper“). Die Schwellkörper sind von einer bindegewebigen Hülle, der Tunica albuginea, umgeben. Mikrotraumen mit nachfolgender Wundheilungsstörung unklaren Ursprunges tragen zur Bildung von unelastischem Narbengewebe im Bereich der Tunica albuginea bei. Dies führt zur Ausbildung einer umschriebenen, tastbaren Verhärtung („Plaques“), die Penisdeformationen wie Verkrümmung, Verkürzung und Verschmälerung des Penis bei Erektion, Schmerzen im Penisschaft und einer Erektilen Dysfunktion verursachen kann. Unter Umständen kann dadurch der Geschlechtsverkehr nicht mehr möglich sein. Der Erkrankungsgipfel liegt bei Männern zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Studien haben gezeigt, dass die Krankheitshäufigkeit bei bis zu 9% liegt.

Des Weiteren wird die Krankheit in 2 verschiedene Phasen unterteilt – die instabile, entzündliche, schmerzhafte Phase mit einer Dauer von ca. 6 bis 18 Monaten und die darauffolgende stabile Phase. Die stabile Phase ist definitionsgemäß dann erreicht, wenn die Erkrankung seit insgesamt mindestens einem Jahr besteht und sich der Krankheitsbefund seit 3 bis 6 Monaten nicht mehr verändert hat. Je nach Krankheitsstadium existieren verschiedene Therapiemöglichkeiten, auf die wir im Folgenden noch weiter eingehen werden.

Gibt es Risikofaktoren?

Die genaue Ursache für die Entstehung der IPP ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt. Jedoch gibt es mehrere Risikofaktoren, die zu der Entstehung der Erkrankung beitragen sollen:

  • Nikotin- und Alkoholmissbrauch
  • Diabetes mellitus
  • Koronare Herzkrankheit
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Bluthochdruck
  • Operationen am Becken in der Vergangenheit
  • Dupuytren - Kontraktur

Welche Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Prinzipiell unterscheidet man hier die konservative und operative Therapie.

Zur konservativen Therapie zählen neben der medikamentös oralen Therapie, die intraläsionale Therapie (Injektionen von Medikamenten in den tastbaren Plaque) sowie die topische Therapie (d.h. die Anwendung von Salben und Gels). Es besteht hier die  Möglichkeit der sogenannten Iontophorese, die dazu beitragen soll, dass die Medikamente durch die Haut besser an den Wirkort gelangen. Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) ist ein weiteres konservatives Therapieverfahren, das zur Linderung der Schmerzen und Verbesserung der Peniskrümmung beitragen kann.

Die operative Therapie sollte erst in der stabilen Phase der Erkrankung in Erwägung gezogen werden. Sie dient vor allem der Begradigung des Penisschaft, wenn eine Penisverkrümmung vorliegt, die den Geschlechtsverkehr nicht mehr möglich macht. Hier werden prinzipiell zwei Methoden zur Begradigung des Penisschaftes unterschieden:

1) Penisschaftbegradigungen, die an der Gegenseite des narbigen Plaque durchgeführt werden, wie beispielsweise Plikaturoperationen  oder keilförmige Exzisionen der konvexen Seite des Penis. Hierdurch kommt es zu einer Begradigung des Penisschaftes, die jedoch zu einer Verkürzung der Penislänge führt.

2) Begradigungen, die auf der Seite des Plaque durchgeführt werden, wie beispielsweise Inzisionen oder partielle Exzisionen des Plaque und eine darauffolgende Deckung des entstandenen Gewebedefekts mit verschiedenen Materialien („Grafts“). Bei diesen Operationsmethoden kann die Länge des Penis erhalten bleiben.

Die Auswahl der verschiedenen Operationsmöglichkeiten geschieht unter anderem in Abhängigkeit des Krümmungswinkels („Deviationsgrad“) des Penis.

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