Klinik für Urologie - Lehrstuhl der Universität Regensburg

Impotenz / Erektile Dysfunktion

Was ist erektile Dysfunktion?

Die erektile Dysfunktion beschreibt die persistierende Unfähigkeit, eine ausreichende Erektion zu bekommen und zu erhalten, um einen befriedigenden Geschlechtsakt auszuführen. Nicht nur der Betroffene selbst, sondern auch Partner und Familie leiden häufig aufgrund des psychosozialen Stresses und der eingeschränkten Lebensqualität.
Studien konnten zeigen, dass ca. 5-20 % aller Männer eine moderate bis schwerwiegende erektile Dysfunktion aufweisen.

Die häufigsten Risikofaktoren zur Entstehung der erektilen Dysfunktion sind:

  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Verletzungen, Nervenerkrankungen
  • Operationen im Becken
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Nikotin-, Alkoholmissbrauch
  • Hormonelle Störungen
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Fehlende sportliche Aktivität

Neben den organischen Ursachen spielen seelischen Störungen ebenfalls eine große Rolle bei der erektilen Dysfunktion

  • Partnerschaftsprobleme
  • Depression
  • Stress
  • Sexuelle Unerfahrenheit

Wie kann man die erektile Dysfunktion medikamentös therapieren?

Neben bestimmten Änderungen von Lebensgewohnheiten, wie z.B. Verbesserung von Essgewohnheiten, Erhöhung der sportlichen Aktivitäten, Aufhören zu Rauchen und den Genuss von Alkohol in Maßen, gibt es seit 1998 die medikamentöse Therapie der erektilen Dysfunktion. Insgesamt sind 3 sogenannte PDE-5-Hemmer beschrieben, die als Therapie der erektilen Dysfunktion zugelassen sind. Sie haben alle gemein, dass eine ausreichende Steifheit des Gliedes aufrecht erhalten werden kann, Voraussetzung hierfür ist aber eine ausreichende sexuelle Stimulation. Im Folgenden werden die Medikamente zur Therapie der erektilen Dysfunktion beschrieben.

1. Sildenafil (Viagra®):

Viagra® war 1998 als erster sogenannter PDE-5-Hemmer auf dem Markt erhältlich. Der Wirkeintritt ist 30-60 Min. nach Einnahme zu vermerken. Viagra® wird in 25 mg-, 50 mg- und 100 mg-Dosen verabreicht. Zu empfehlen ist es, die Therapie mit 50 mg zu beginnen. Die klinische Wirksamkeit kann bis zu 12 Std. andauern. Fettreiche Mahlzeiten vor der Einnahme können die Wirksamkeit des Medikamentes abschwächen.

2. Tadalafil (Cialis®):

Ab 2003 ist Cialis® erhältlich. Der Wirkeintritt ist 30 Min. nach Einnahme zu vermerken, die Wirksamkeit kann aber bis zu 36 Std. andauern! Es wird in 10 mg- und 20 mg-Dosen verabreicht. Die empfohlene Verabreichung zu Beginn der Therapie ist 10 mg. Die Cialis®-Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten reguliert werden.

3. Vardenafil (Levitra®):

Levitra® wurde 2003 auf den Markt gebracht. Der Wirkeintritt wird nach 30 Min. erreicht, die Wirksamkeit beträgt insgesamt 8-12 Std. Es wird in 5 mg-, 10 mg- und 20 mg-Dosen verabreicht. Empfohlene Dosis zu Beginn liegt bei 10 mg. Fettreiche Mahlzeiten bewirken eine Abschwächung des Effektes von Vardenafil.

Wie jedes andere Medikament auch sind die PDE-5-Hemmer nicht von unerwünschten Nebenwirkungen befreit, dazu gehören:

  • Kopfschmerzen (10-16 %)
  • Gesichtsrötung (5-12 %)
  • Sodbrennen (4-12 %)
  • Schnupfen (1-10 %)
  • Schwindel (2-3 %)
  • Sehnervstörungen (<2 %)
  • Rücken-/Muskelschmerzen (6 %)
  • Tinnitus
  • Schmerzhafte Dauererektionen (Priapismus)

PDE-5-Hemmer und das Herz

Klinische Studien haben gezeigt, dass PDE-5-Hemmer keine gesteigerten Herzinfarktraten aufweisen konnten. Mit anderen Worten ist die Gefahr zur Entstehung eines Herzinfarktes unter Einnahme von PDE-5-Hemmer nicht höher als in der anderen gemeinen Bevölkerung. Jedoch ist zu beachten, dass Patienten mit Angina pectoris, die unter Umständen mit Nitraten behandelt werden, unzulässig sind für eine Therapie mit PDE-5-Hemmern.

Wann darf ich auf keinen Fall PDE-5-Hemmer einnehmen?

Falls Sie Medikamente mit folgenden Wirkstoffen zu sich nehmen, so ist die Therapie mit PDE-5-Hemmern kontraindiziert.

  • Glyceroltrinitrat
  • Isosorbidmononitrat
  • Isosorbiddinitral
  • Nitroprussid
  • Molsidomin
  • Ketoconazol, Fluconazol

Operative Therapie der erektilen Dysfunktion

Nach heutigen Maßstäben sollten chirurgische Methoden als letztes Mittel gewählt werden, um eine erektile Dysfunktion zu behandeln. Bevor man sich zu einer operativen Maßnahme entschließt, sollte eine medikamentöse Therapie zumindest getestet haben. Hier sind neben den gängigen Medikamenten (PDE-5-Hemmer) die Schwellkörper-Injektionstherapie (SKAT) oder auch die MUSE zu nennen. Sollte mit der medikamentösen Therapie keine ausreichende Erektion zu erreichen sein besteht die Indikation zur operativen Therapie der erektilen Dysfunktion.

Als operative Therapieoptionen steht die Einpflanzung eines

  1. Hydraulischen Penis-Implantats
  2. Semirigiden (biegsamen) Penis-Implantats

zur Verfügung. Hierbei ist zu beachten, dass das Einsetzen von Schwellkörper-Implantaten als letzte Therapiemaßnahme der erektilen Dysfunktion gewählt werden sollte. Nachdem bei der Operation die beiden Penisschwellkörper (Corpora cavernosa) des Penis unwiderruflich zerstört und durch Implantate ersetzt werden, ist diese Operation nicht mehr rückgängig zu machen und sollte deshalb nur in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen Therapien definitiv nicht erfolgreich waren.

Zu 1.)

Ein hydraulisches Penis-Implantat besteht aus mehreren Komponenten, die durch Schlauchsysteme miteinander verbunden sind. Ein mit Flüssigkeit gefülltes Ballon-Reservoir wird unter den Bauchmuskel, zwei Schwellkörper-Zylinder in die beiden Schwellkörper des Penis und die Pumpe in den Hodensack implantiert. Die Pumpe kommt im Hodensack des Patienten gut tast- und bedienbar, jedoch nicht sichtbar zu liegen. Durch Betätigung der Pumpe kann man die Flüssigkeit aus dem Ballon-Reservoir in die Schwellkörperimplantate befördern und so eine Erektion erzeugen. 

Zum Beenden der Erektion drückt man auf ein kleines Ventil am Pumpensystem im Hodensack und drückt die beiden Schwellkörperimplantate im Penis mit der Hand zusammen. Dabei fließt die Flüssigkeit aus den Implantaten zurück in das Ballon-Reservoir zurück, und der Penis erschlafft wieder.

Außer einer Narbe im Schamhaarbereich ist dem Patienten nicht anzumerken, dass er ein Penis-Implantat trägt.

Die Erektion nach Implantation eines hydraulischen Penis-Implantats kommt einer natürlichen Erektion sehr nahe. Die Sensibilität des Penis ist nicht eingeschränkt. Nicht zuletzt deswegen empfehlen wir auch dieses operative Verfahren zur Behandlung sehr schwerer Verlaufsformen der erektilen Dysfunktion.

Zu 2.)

Eine einfachere Alternative zur Implantation eines hydraulischen Penis-Implantats ist das semirigide Penis-Implantat. Bei diesem weniger aufwändigen Verfahren werden die Schwellkörper durch zwei biegsame Implantate operativ ersetzt. Dabei ist zu beachten, dass die Erektion und der Zustand des Penis bei einer Implantation eines semirigiden Implantats im Vergleich zum hydraulischen Implantat wesentlich weniger natürlich ist.

Bei Bedarf wird der Penis einfach von Hand in die gewünschte Position gebracht und kann in die Scheide eingeführt werden. Sonst wird der Penis nach unten umgebogen und verbleibt in dieser Position. Eine Veränderung der Größe des Penis ist mit einem biegsamen Penis-Implantat nicht möglich.

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