Darmkrebszentrum Regensburg

Unser Therapiespektrum

Je nach Stadium der Erkrankung sind unterschiedliche Therapiekonzepte erforderlich, die interdisziplinär von den verschiedenen Fachabteilungen durchgeführt werden. Die Entscheidung, welches Konzept sinnvoll und angebracht ist, erfolgt in der gemeinsamen Tumorkonferenz.

Präoperativ (neoadjuvante) kombinierte Radiochemotherapie

Sie wird zur Vorbehandlung des Tumors bei lokal fortgeschrittenem Mastdarmkrebs durchgeführt.

Angeboten wird diese Therapie in Form der Langzeitbehandlung (4 - 5 Wochen) - sowohl ambulant als auch stationär. Die Operation erfolgt in einem Zeitraum von 4 - 5 Wochen nach abgeschlossener Behandlung.

Kurzzeitstrahlentherapie

Sie dient zur Vorbehandlung des Tumors und seiner Abflusswege. Eine Größenreduktion erfolgt in diesem Falle nicht. Therapiedauer 5 Tage. Die Operation erfolgt am Tag 7, spätestens Tag 8.

Lokalisierte operative Eingriffe

Oberflächliche, die Schleimhautgrenze nicht überschreitende Mastdarmtumore können durch transanale Abtragung entfernt werden. Die Entscheidung für dieses Vorgehen erfolgt nach Überprüfung der Gesamtbefunde (Gewebetyp, Ultraschall der Darmwand, Höhenlokalisation, Bildgebung etc .).

Endoskopische Abtragung von Krebsvorstufen (Polypen)

erfolgt im Rahmen der Darmspiegelung. Es werden alle zur Verfügung stehenden Techniken (Schlingen- und Zangenabtragung, Clip- und Looptechnik, Unterspritzung) eingesetzt.

Operative Therapie

Die standardisierte operative Therapie hat das Ziel, den tumortragenden Darmabschnitt mit dem dazugehörigen Lymphabflussgebiet und der Gefäßversorgung zu entfernen. Je nach Lokalisation werden die unterschiedlichen Operationsverfahren durchgeführt.

Bild: Hemicolektomie rechts

Kombinationsverfahren sind je nach Situation möglich:

  • Entfernung des rechtsseitigen Darms: Hemicolektomie rechts
  • Entfernung des Querdarms: Transversumresektion
  • Entfernung des linksseitigen Darms: Hemicolektomie links
  • Entfernung des S-förmigen linksgelagerten Darmabschnittes: Sigmaresektion
  • Entfernung des Mastdarms mit entsprechendem Sicherheitsabstand in Richtung Schliessmuskel: hohe anteriore Rektumresektion
  • Tiefe anteriore Rektumresektion
  • Abdominoperineale Rektumexstirpation, wenn das Karzinom zu nahe an der Grenze zum Analkanal liegt. Hier ist der endständige künstliche Darmausgang die endgültige Situation

Bei der Operation des Mastdarmes kommt die besondere OP-Technik der mesorektalen Chirurgie zur Anwendung.
Hierbei wird der gesamte Fettmantel, der den Mastdarm umschließt, einschliesslich der ihn bedeckenden zarten Gewebeschicht (Faszie) entfernt. Diese Fettschicht ist die erste Absiedelungsstation des Mastdarmkrebses.
Durch die feingewebliche pathologische Untersuchung erfolgt eine regelmäßige Qualitätskontrolle.

Als besonderer Schwerpunkt werden im Darmkrebszentrum St. Josef in besonders gelagerten Lokalisationen auch ultratiefe Karzinome kontinenzerhaltend operiert. Dieses OP-Verfahren bezeichnet man als intersphinktäre (im Schließmuskel gelegene) Anastomosentechnik.

Weiterhin werden bei tiefen Nähten im Mastdarm sog. Pouchtechniken angewandt, die, wie Studien belegen, im Verlauf einen Vorteil bzgl. der Stuhlentleerung und -häufigkeit zeigen. Diese Technik ist jedoch nicht immer durchführbar. Ausschlaggebend ist die anatomische individuelle Situation (zu enger Raum im Beckenbereichm und Übergewicht erschweren diese Technik).

Bei tiefliegenden Darmnähten wird zum Schutz vor den Folgen einer Nahtschwäche (Anastomoseninsuffizienz) eine vorübergehende Anlage eines protektiven Dünndarmstomas erforderlich, welches nach abgeschlossener Tumorbehandlung wieder zurückverlegt werden kann.

Bild: Laparoskopische OP Technik
beim kolorektalem Karzinom

Die linksseitig gelegenen Tumoren werden im Darmkrebszentrum am Caritas-Krankenhaus St. Josef überwiegend in der minimal-invasiven Technik (Laparoskopie) operiert; bei den rechtsseitig und im Querdarm gelegenen Tumoren ist die minimal-invasive Technik je nach Situation möglich.

Bei Tumoren , die die Darmwand überschreiten und in die umliegenden Strukturen / Organe eingewachsen sind, ist die Grenze der laparoskopischen Technik erreicht und die offene Vorgehensweise ist erforderlich.

Hier ist die operative Mitentfernung der zusätzlich befallenen Geweberegionen in einem Stück zusammen mit dem Tumor erforderlich (enbloc-Technik).

Eine wichtige Voraussetzung für das minimal-invasive OP-Verfahren sind fehlende abdominelle Voroperationen, die zu ausgeprägten Verwachsungen führen können. In der Notfallsituation hat das offene Verfahren den Vorrang.

Die Laparaskopie ist ein Schwerpunkt der chirurgischen Klinik des Darmkrebszentrums.


Falls eine Notfallsituation eintritt (Darmverschluss durch Tumor oder Darmdurchbruch mit begleitender Bauchfellentzündung) erfolgt die Versorgung des Patienten im Rahmen eines festgelegten Konzeptes - welches auch außerhalb der regulären Dienstzeiten eine fachkompetente und sichere Versorgung des Patienten ermöglicht.

Im Notfall wird wegen des höheren Risikos einer Nahtschwäche häufiger eine sog. Diskontinuitätsresektion durchgeführt., wenn die Ursache im linksseitigen Darm liegt.

Hierbei wird der tumortragende Darmbereich entfernt und keine primäre Darmnaht durchgeführt. Die Stuhlentleerung erfolgt über ein endständiges Dickdarmstoma, welches nach vollständiger Erholung des Patienten auch wieder zurückverlegt werden kann. Auch dieses Operationsverfahren – Stomarückverlagerung - ist ein Bestandteil des Therapieangebots.

Die Betreuung des Stomapatienten erfolgt durch erfahrene Stomatherapeuten, die die erste Versorgung übernehmen und Hilfestellung in der Selbstversorgung geben. Die Stomatherapie hat einen festen Platz im Darmkrebszentrum. Es besteht auch die Möglichkeit der ambulanten Beratung über die Sprechstunde.

Organmetastasen - fortgeschrittenes Tumorleiden

Metastasenchirurgie

Die Behandlungsmöglichkeiten werden in der Tumorkonferenz diskutiert und entschieden.

Je nach Befundbild erfolgt die operative Therapie der Leber- und Lungenmetastasen

Es werden die offene Leberteilentfernung bis zur Entfernung von 60 - 70 % des Organs durchgeführt. Angeboten wird das interventionelle Verfahren der Thermoablation. Hierbei wird das Metastasengewebe durch eine eingebrachte Sonde verschmort. Diese Therapie ist kombiniert mit der offenen Chirurgie oder als selbstständiger Eingriff in sonographischer oder CT-gesteuerter Technik durchführbar.

Die Lungenmetastasenchirurgie wird in allen erforderlichen Formen von der teil- bis zur vollständigen Lungenlappenentfernung in offener OP-Technik angeboten. In minimal-invasiver Technik wird bei immer wiederkehrender Ergußbildung in der Brusthöhle (Pleuraerguß) die Verklebung mittels Talkumpuder durchgeführt (Pleurodese).

Falls eine primäre operative Vorgehensweise nicht erfolgversprechend ist, erfolgt die medikamentös-onkologische Therapie (Chemotherapie). Das medikamentöse Spektrum wird nach den aktuellen Leitlinien einschliesslich Antikörpertherapie in ihren verschiedenen Kombinationsverfahren durchgeführt. Ebenso besteht das Angebot einer Studienteilnahme.

Welche Studien als empfehlenswert erachtet werden und im Darmkrebszentrum angeboten werden, wird ebenfalls in der interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt.

Eine evtl. erforderliche Portimplantation (permanentes Zugangssystem, welches unter der Haut eingepflanzt wird) ist ambulant durchführbar.

Supportives Therapieangebot

Zum Leistungsspektrum des Darmkrebszentrums gehört natürlich auch die Behandlung und Betreuung der Patienten in fortgeschrittenen Krankheitsstadien einschliesslich einer wirksamen Schmerz- und Palliativtherapie, je nach Situation im familiären Umfeld oder in der Klinik. Unterstützung in schwierigen Entscheidungsprozessen bietet die Ethikkommission.

Psychoonkologie

Zu jedem Zeitpunkt haben Patienten des Darmkrebszentrums die Möglichkeit, die Angebote des psychoonkologischen Dienstes der Klinik in Anspruch zu nehmen. Die dort tätigen PsychoonkologInnen sind fester Bestandteil des Behandlerteams.

Ernährungsberatung

Während des Klinikaufenthaltes erfolgt die Beratung durch die Diätassistentin; die Patienten erhalten entsprechendes Informationsmaterial. Von ärztlicher Seite werden im Rahmen der Visite Fragen zur Ernährung beantwortet.

Sozialdienst

Die MitarbeiterInnen des Sozialdienstes bieten u.a. Hilfestellung in der Organisation von stationärer und ambulanter Rehabilitation oder Pflege; bei Fragen zur finanziellen Versorgung bei länger dauernder Krankheit, zum Schwerbehindertenrecht und der Versorgung mit Hilfsmitteln.

Seelsorge

Ständiges Angebot der seelsorgerischen Betreuung durch die MitarbeiterInnen der Klinikseelsorge.

Kontaktieren Sie uns

Caritas-Krankenhaus
St. Josef

Darmkrebszentrum Regensburg
Landshuter Straße 65
93053 Regensburg

Tel: 0941 782-3310
Fax: 0941 782-3315

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